Vom 28. August bis zum 4. September 2022 finden in der Bachstadt Köthen die Köthener Bachfesttage statt. In 70 Veranstaltungen an verschiedenen Spielstätten lässt Intendant Folkert Uhde gemeinsam mit einer handverlesenen Künstlergruppe und zwei der besten Jugendensembles des Landes die lebensprallen Köthener Jahre Bachs von 1717-1723 wiedererstehen und schlägt dabei zahlreiche Brücken in die Gegenwart. Seit Folkert Uhdes Start 2016 befinden sich die Bachfesttage kontinuierlich auf dem Weg und verbinden lokale Verwurzelung mit internationaler Ausstrahlung. Fast alle Programmpunkte entstehen in und für Köthen und sind geprägt von musikalischer und formaler Experimentierfreude.

Die Live-Veranstaltungen werden durch ausgewählte digitale Angebote ergänzt und zum Teil auf dem YouTube-Kanal des Festivals oder www.bachfromhome.live übertragen.

Die Köthener Künstlergemeinschaft vereint international renommierte Solist:innen und Ensembles mit herausragenden Nachwuchsmusikern, die innovative Ideen zwischen den gewohnten Genres beitragen. Es gehört zum Konzept, die Künstlerinnen und Künstler möglichst für die gesamte Dauer des Festivals einzuladen, so dass sie in wechselnden Besetzungen zusammen musizieren und Teil der Festivalgemeinde werden. Mit dem anspielungsreichen Namen „Köthener BachCollektiv“ kommt nun zum vierten Mal ein eigenes Festivalorchester nach dem Vorbild der Köthener Hofkapelle zu Bachs Zeit zusammen. Eine Vielzahl herausragender Künstlerinnen und Künstler wirkt bei den Bachfesttagen mit, von den Barockgeigerinnen Midori Seiler und Mayumi Hirasaki bis zur schwedischen Fiddlerin Lisa Rydberg. Aufregende Ausflüge in den Jazz sind durch u.a. den Leipziger Klavierstar Peter Wollny garantiert, mit Martina Gedeck kommt eine der international bekanntesten deutschen Schauspielerinnen nach Köthen.

Außerdem werden zwei junge Kollektive die Köthener Bachfesttage prägen: Die Audi Jugendchorakademie bestreitet mit einem raumgreifenden Programm das Eröffnungskonzert, die junge norddeutsche philharmonie ist ganze zehn Tage in der Kleinstadt zu Gast.

Dem ganzheitlichen Konzept der Festivalplanung entsprechend stehen nicht nur Konzerte auf dem Programm, sondern in diesem Jahr insbesondere auch eine Lesung, Tanz, elektronische Installationen, Improvisationen, ein Film, Konzertspaziergänge und nicht zuletzt eine tägliche Talkshow mit dem Musikwissenschaftler, Bach-Spezialisten und Radiojournalisten Bernhard Schrammek und Tagesgästen. Auch in diesem Jahr kann man mit Bach by Bike mit dem Fahrrad zu den Köthener Bachfesttagen reisen.

Die Jahre als Kapellmeister des kunstsinnigen Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen waren für Bach eine Phase voll musikalischen Tatendranges. Ihm stand eine hervorragende Hofkapelle zur Verfügung, von der zahlreiche Auftritte erwartet wurden. So war der Konzertmeister Johann Spieß vermutlich Solist der Uraufführungen von Bachs Violinkonzerten und machte sich seinerseits als Komponist einen Namen. Sein sensationelles Violinkonzert steht im Zentrum eines Konzertes am 03. September im Spiegelsaal des Köthener Schlosses.

Die Köthener Zeit war für Bach auch geprägt durch Innovationen auf dem Gebiet des Instrumentenbaus. Diese stehen im Blickpunkt der Spezialistin für historische Tasteninstrumente Sylvia Ackermann, die gemeinsam mit ihrem Partner Georg Ott in Köthen eine bedeutende Instrumentensammlung zusammengetragen hat. Ganz selbstverständlich wird Bachs Forscherdrang in die heutige Zeit übersetzt durch Musiker wie den Komponisten und Labelbetreiber Kaan Bulak, der als Klangsucher stets offen für neue Konstellationen und Inspirationen ist. Mit elektronischen Instrumenten verwandelt er am späten Abend des 02. September das Köthener Dürerbundhaus in einen kleinen, nächtlichen Klangdom.

In aller künstlerischen Fülle steht vor allem der Mensch Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt der Köthener Bachfesttage. 32jährig nach Köthen eingezogen, musste er den Tod seiner ersten Frau und eines Kindes verwinden, erlebte aber auch die erblühende Liebe zu seiner zweiten Ehefrau Anna Magdalena, die ihm sowohl menschlich als auch künstlerisch als Sängerin nahe war. „Willst Du Dein Herz mir schenken“; das liebevolle Zeugnis dieser Beziehung ist eines der Herzstücke des „Notenbüchleins für Anna Magdalena Bach“, welches in diesem Jahr 300 Jahre alt wird. Und auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, wenn die Festivalgemeinde beim gemeinsam mit der Hochschule Anhalt komponierten Festival-Bier „Giovanni“ zusammenkommt, das seinen Namen dem liebevollen Kosenamen Anna Magdalena Bachs für ihren Gemahl verdankt.

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